Jesus sagt: "Ich bin ein Fremder gewesen und ihr habt mich aufgenommen." Tun wir das wirklich? Zurzeit kommen viele Flüchtlinge nach Deutschland. Wir hören nicht nur in den Medien davon, ein Teil von ihnen lebt in unserer Nachbarschaft, in Harburg. Aus Syrien und anderen Ländern kommen traumatisierte Menschen auf z.T. abenteuerlichen Wegen zu uns, um Schutz zu suchen. Sie leben in Gemeinschaftsunterkünften oder auch im Kirchenasyl. Als Apostelgemeinde wollen wir nicht tatenlos zusehen und die Verantwortung anderen überlassen. Wer sich nur über das Für und Wider der politischen Entscheidungen auslässt und die Menschen, um die es geht, allein lässt, macht es sich zu einfach. Gott mutet uns zu, dass wir auch für die Flüchtlinge in Harburg da sind. Und vielleicht möchte Gott im Kontakt mit ihnen ja auch uns selbst begegnen. Denn auch wenn die Flüchtlinge tatsächlich in Not sind und gerade am Anfang einiges brauchen, sind sie nicht nur Empfangende. Sie haben uns mit  ihren Erfahrungen und Persönlichkeiten auch viel zu geben, wenn wir uns auf sie einlassen. Einzelne von ihnen bereichern schon jetzt unser Gemeindeleben. Sie sind bei uns willkommen!

Was tut die Apostelgemeinde konkret? Wie kann man sich einbringen?

Ein Team der Gemeinde unterstützt und begleitet zwei Roma-Familien in einer Gästewohnung des Kirchenkreises (Kirchenasyl). Einzelne unterstützen einen Iraner. Ein anderes Team besucht die Flüchtlinge in der Zentralen Erstaufnahme (ZEA) auf dem Schwarzenberg und bietet regelmäßig vor Ort ein Spiel-und Bastelangebot für Kinder an. Wir freuen uns über Menschen, die ein Herz für Kinder haben und hier verbindlich mitarbeiten möchten. Von den momentan 646 Bewohnern auf dem Schwarzenberg sind 127 Kinder unter 18 Jahren. Die meisten kommen aus Syrien und Afghanistan. Mit Englischkenntnissen kann man sich i.d.R. gut verständigen.

Ein großes Problem für die Flüchtlinge ist die Ungewissheit und aufgezwungene Langeweile. Sie dürfen trotz z.T. hoher Qualifikation nicht arbeiten, sind in einer ihnen fremden Kultur und müssen Monate warten, bis ihre Situation geklärt ist. Darum ist die wichtigste Unterstützung in dieser Zeit (neben Deutschkursen) der wertschätzende, persönliche Kontakt. Hier können wir noch mehr Apostel gebrauchen, die sich auch für erwachsene Flüchtlinge einbringen. Wenn sich noch mehr Mitstreiter engagieren, können wir z.B. auch anbieten, Interessierte zu unseren Gottesdiensten abzuholen/auf dem Weg zu begleiten, auch wenn sie dabei nicht jedes Wort verstehen. Sie könnten dennoch durch uns etwas von Gottes Liebe und Geborgenheit inmitten einer fremden Umgebung erleben. Und der nähere Kontakt mit ihnen könnte uns selbst sehr bereichern und unseren Horizont erweitern!

Und was ist mit Unterstützung durch Sachspenden?

Grundsätzlich werden auch Geld- und Sachspenden gebraucht. Momentan kann die Kleiderkammer des DRK in der ZEA aus Platzgründen keine neuen Kleiderspenden mehr aufnehmen, aus hygienischen Gründen werden auch keine Kuscheltiere angenommen! Aktuell gebraucht werden aber noch Winterjacken und Schuhe. Da sich der Bedarf an Sachspenden laufend ändern kann, fragen Sie am besten kurz nach, bevor Sie Spenden im „mittendrin“ abgeben. Spenden, die tatsächlich gebraucht werden, übergibt unser Team dann in Absprache mit der Einrichtung direkt vor Ort.

Wenn Sie sich für Flüchtlinge in Harburg engagieren möchten oder Fragen zu Spendenmöglichkeit für die Flüchtlinge haben, wenden Sie sich an unsere Diakonin Rena Lewitz.